DRK Sanitätszug Rügen - wir von der Insel
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Der „Ab- und Zu-Sanitäter“


Herr X. ist Sanitätshelfer bei einem Sanitätszug und –wie er zumindest glaubt- ein aktives Mitglied. Denn immerhin nimmt Herr X. des Öfteren an Kameradschaftsabende sowie auch an der jährlichen Weihnachtsfeier teil. Auch wenn es gratis etwas zu essen gibt, ist er stets zur Stelle. Wie gesagt, ein aktives Mitglied im Sanizug – wie er glaubt.

 

An Ausbildungswochenenden oder allgemeinen Ausbildungen nimmt Herr X. nicht teil, denn er kennt sich ja sowieso überall aus, schließlich ist er ja bereits schon seit einigen Jahren im Sanitätszug.

 

Herr X. hat eine ältere Tante die er sehr mag. Diese ist so um die 60, aber noch sehr mobil und jung geblieben. Diese nimmt immer am jährlichen Dorffest teil. Da wird gefeiert und gegrillt. Und das im Sommer, bei bestem Wetter. Über die lange Rede des Bürgermeisters wird sich gern lustig gemacht, die ist immer sooo lang und langweilig. Eine Liveband für die Musik wird geladen und der Sanitätszug übernimmt die sanitätsdienstliche Absicherung der Veranstaltung bis in den späten Abend hinein. Auch Herr X. trägt sich bei dieser „geilen Absicherung“ ein. Ach, Herr X. mag das Dorffest. Alle Bekannten sind da und auch seine Tante hat ihn schon angesprochen ob er zufällig da im Dienst ist. „Ja na sicher!“ war seine Antwort. Und so geschieht es auch. Das Dorffest ist da und Herr X. steht mit einem weiterem Kameraden neben dem schicken KTW. Der KTW glänzt in der Sonne. Schick sieht das Einsatzfahrzeug aus. Da kommt man als Sani ins Schwärmen. Hmm, mit Blaulicht an, fetzt der bestimmt am meisten. Der weitere Kamerad hat auch schon einige Jahre im Sanzug auf dem Buckel. Herr X. kennt ihn kaum, nur mal beim gemeinsamen Bowlingabend hat er ihn gesehen.

 

Das Dorffest ist in vollem Gange. Es wird getanzt, gefeiert und gelacht. Ein paar Protokolle wurden schon von den fleißigen Helfern geschrieben. Da wurde das eine oder andere Pflaster geklebt oder dem Grillmeister die Hand gekühlt. Was fasst er auch ohne Handschuhe in die Grillkohle. Am Abend kommt hektisch eine nervöse Person auf den KTW zu und sagt dass sie mal schnell kommen müssten, eine ältere Frau liegt auf dem Boden und röchelt nur noch. Jetzt muss es schnell gehen! Die Helfer schnappen sich den Rucksack und laufen zu der Patientin. Bei dieser handelt es sich um die ältere Tante des Sanitätshelfers X. Dieser erkennt seine Tante, bekommt Panik, schreit seinen Kameraden an, dass er um Gottes Willen seiner Tante helfen soll! Doch dieser wird ganz blass und nervös und außer einem schuldbewussten Gesicht kommt da nichts Hilfreiches. Moment, Vitalwerte, Puls messen? Oder zuerst den Blutzucker? Erst das Ding für den Finger angeschlossen. Wo ist der Defibrillator? Im Rucksack oder im KTW? In gespielter Ruhe fordert der weitere Kamerad erstmal „nen RTW“ an. Dieser trifft mit Notarzt nach ca. 10 Minuten ein. 10 Minuten die es galt, durch geeignete sanitätsdienstliche Maßnahmen die Zeit zwischen Notfall und Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Herr X. seine Tante konnte durch den Rettungsdienst nicht mehr reanimiert werden.

 

Jeder der beiden „Ab- und Zu-Sanitäter“ glaubte sich überall auszukennen, weil sie ja schon so lange im Sanizug sind. Aber die Teilnahme an den Ausbildungen hielten sie nicht für notwendig. Bis zu dieser Absicherung.


 

 

(Der Text hat seinen Ursprung im Feuerwehrwesen. Ein Wehrführer wollte seinen Leuten klar machen, dass Ausbildung, lernen und Selbststudium zum Beruf des Feuerwehrmannes gehört und die Grundlage für Einsätze bildet. Der obere Text wurde dem Sanitätsdienst angepasst. Die Geschichte ist frei erfunden. Es muss sich damit niemand angesprochen fühlen.)

 


 

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